Risikomanagementsystem

Risikobericht


Die Risikopolitik bei FUCHS PETROLUB ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen erkannt und damit verbundene Risiken identifiziert und bewertet werden. Gesamtwirtschaftliche Chancen ergeben sich aus dem guten konjunkturellen Umfeld einzelner Weltregionen und den daraus abgeleiteten Maßnahmen. Die breite Palette unseres Produktportfolios, die Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Kunden sowie die globale Aufstellung ermöglichen das Erschließen vieler Branchen und Nischen, wie z. B. den Markt für Lebensmittelschmierstoffe. Die damit verbundenen Risiken werden analysiert. Unangemessene Risiken versuchen wir zu steuern bzw. weitestgehend zu vermeiden. Risiken, die außerhalb unserer Kernprozesse liegen, verlagern wir ggf. auf andere Risikoträger oder reduzieren sie durch angemessene Risikosteuerungsmaßnahmen.

Risikomanagementsystem des Konzerns
Das Risikomanagementsystem (RMS) des FUCHS PETROLUB Konzerns ist ein nachvollziehbares und alle Unternehmensaktivitäten und Unternehmensprozesse umfassendes System. Es entspricht der Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken der unternehmerischen Tätigkeit. Ferner ist es Bestandteil der FUCHS-Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse in allen operativen Einheiten sowie den Zentralfunktionen. Das Interne Kontrollsystem (IKS) ist integriert in das Risikomanagementsystem.

Ein allgemein anerkanntes Rahmenwerk (COSO-Modell – Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) bildet die Grundlage des unternehmensweiten Risikomanagement und Internen Kontrollsystems. Umfang und Ausrichtung des Risikomanagementsystems werden durch den Vorstand unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Anforderungen festgesetzt und ggf. angepasst. Trotzdem verbleiben Restrisiken. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Identifikation und Steuerung von Risiken ist auch bei angemessenen und funktionsfähig eingerichteten Systemen nicht gegeben.

Das Risikomanagementsystem bedient sich der folgenden Elemente: Strategische Planung, Mittelfristplanung und Budgetierung, Reporting und permanentes Controlling, Risikoberichtswesen, Internes Kontrollsystem, Compliance Management System sowie Interne Revision. Für eine weitestgehende Vermeidung von Risiken oder erforderlichenfalls rechtzeitige Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen erfolgt eine frühzeitige und systematische Identifizierung, Beurteilung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken. Ein wichtiges Instrument zur globalen Risikosteuerung bilden die regelmäßig vorgenommenen Risikoinventuren. Diese werden vom Management der operativen Gesellschaften (halbjährlich) sowie in den Zentralfunktionen (jährlich) durchgeführt und dienen der Risikoerfassung an dem Ort, an dem die Risiken entstehen bzw. an dem die entsprechenden Fachleute zur Bewältigung dieser Risiken tätig sind. Zusätzlich gibt es eine Ad-hoc-Berichterstattung im Fall des Auftretens wesentlicher neuer Risiken. Die Identifikation der Risiken wird unter Verwendung geeigneter Risikokategorien ermittelt und die sich anschließende Bewertung durch die Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie der Brutto- (d. h. vor dem Ergreifen von Gegenmaßnahmen) und Netto-Schadenshöhe (d. h. nach dem Ergreifen von Gegenmaßnahmen) durchgeführt.
Die Bewertung der Schadenshöhe bezieht sich in der Regel auf die quantitativen Auswirkungen auf das EBIT. Für Auswertungs- und Analysezwecke erfolgt eine Berechnung des Schadenserwartungswerts. Die Erfassung der Risikodaten wird über ein intranetbasiertes System abgewickelt.

Wesent liche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess
Das interne Kontrollsystem umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, der Ordnungsmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das interne Kontrollsystem des FUCHS PETROLUB Konzerns besteht aus einer dreistufigen Kontrollhierarchie und umfasst Kontrollen auf der Unternehmensebene zur Steuerung und Überwachung des Gesamtunternehmens, einzelner Geschäftsprozesse und einzelner Geschäftsvorfälle. Auf der Ebene des Gesamtunternehmens existieren Vorgaben wie beispielsweise ein Verhaltenskodex, Corporate Governance Berichte und Konzernrichtlinien sowie Routinen und Institutionen wie die
Risikoberichterstattung, der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, das Compliance Committee sowie die Interne Revision. Die Konkretisierung der Vorgaben erfolgt dabei auf den nachgelagerten Stufen der Kontrollhierarchie. Die Überwachung der einzelnen Geschäftsprozesse vollzieht sich über ein angemessenes und zeitnahes Berichtswesen, welches neben der Finanzberichterstattung weitere konzernrelevante Meldungen wie z. B. Hochrechnungs-, Budget- und Compliance-Berichte beinhaltet. Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Finanzberichterstattung sind sowohl lokal in den Einzelgesellschaften wie auch in der Zentrale in Mannheim organisatorische Vorkehrungen getroffen (z. B. Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, Genehmigungsprozeduren, Funktionstrennungen, EDV-Zugriffsregelungen etc.).

Im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse der einbezogenen Unternehmen und den Konzernrechnungslegungsprozess bei der FUCHS PETROLUB AG erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die sicherstellen, dass die Rechnungslegung bei FUCHS PETROLUB AG einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung, den internationalen Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards) und konzerninternen Richtlinien erfolgt, sowie dass Geschäftsvorfälle konzernweit einheitlich und zutreffend im Rahmen der Rechnungslegungspublizität erfasst und bewertet werden und dadurch richtige und verlässliche Informationen bereitgestellt werden. Die wesentlichen Merkmale können im Einzelnen wie folgt beschrieben werden:

Das Rechnungswesen des FUCHS PETROLUB Konzerns ist dezentral organisiert. Die Tochtergesellschaften liefern monatlich detaillierte Ergebnisrechnungen und weitere Eckzahlen und berichten vierteljährlich Zwischen- und Jahresabschlüsse über den Geschäftsverlauf, deren Inhalte konzernintern regelmäßig auf Vollständigkeit, Genauigkeit und Plausibilität analysiert und überprüft werden.

Die Einheitlichkeit der Abbildung von Transaktionen in der Rechnungslegung wird durch eine Reihe konzernweiter Vorgaben wie dem Bilanzierungshandbuch (FUCHS Accounting Manual), der Finanzrichtlinie, Investitionsrichtlinie, Forderungsrichtlinie und Richtlinie für den Intercompany-Zahlungsverkehr sichergestellt. Änderungen bezüglich bestehender Vorschriften zur Rechnungslegung werden zeitnah unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf den Konzernjahresabschluss des FUCHS PETROLUB Konzerns analysiert und ggf. an die Konzerngesellschaften zur Umsetzung kommuniziert. Die Finanzberichterstattung erfolgt über ein konzernweit einheitliches intranetbasiertes Reportingprogramm.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilungen und Bereiche sind sachlich und personell geeignet ausgestattet. Die Mitarbeiter werden sorgfältig ausgewählt, ausgebildet und laufend weitergebildet.

Die im Bereich Rechnungslegung verwendeten EDV-Systeme sind durch entsprechende Sicherheitseinrichtungen gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Die IT-Systeme sind weitreichend vereinheitlicht.

Die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird durch unsere Konzernrevision überprüft. Dies erfolgt im Rahmen des jährlich aufzustellenden Prüfungsplans und der darin enthaltenen Funktionsprüfungen der einzelnen Bereiche wie auch Landesgesellschaften. Daneben werden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfungen vom Konzernrechnungswesen und der Internen Revision nachverfolgt. Beide Abteilungen sind direkt dem Finanzvorstand der FUCHS PETROLUB AG unterstellt. Der Aufsichtsrat erhält eine regelmäßige Berichterstattung über die Ergebnisse der Risikoinventuren sowie über die Ergebnisse der Revisionsprüfungen.

Eine absolute Sicherheit, dass keine Fehler vorkommen, kann auch unser internes Konzernkontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess nicht bieten. Die KPMG hat im Rahmen der (Konzern-) Jahresabschlussprüfung bestätigt, dass das Risikofrüherkennungssystem von FUCHS PETROLUB geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Im Rahmen der Prüfung der KPMG ergaben sich keine Feststellungen zu wesentlichen Schwächen im rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystem.

Einzelrisiken
Gesamtwirtschaftliche Risken
Mit der globalen Geschäftstätigkeit des FUCHS PETROLUB Konzerns ist eine Auseinandersetzung mit den wirtschaftlichen und/oder politischen Chancen und Risiken in den Ländern verbunden, in denen FUCHS tätig ist. Wesentliche Risiken bestehen in der Volatilität der Rohstoffkosten, einer möglichen Verschärfung geopolitischer Spannungen sowie den nach wie vor bestehenden Unsicherheiten bezüglich der weiteren Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise auf die Realwirtschaft. Da der FUCHS PETROLUB Konzern mit 52 operativen Gesellschaften in 42 Ländern vertreten ist, eine Vielzahl von Schmierstoffen und verwandten Spezialitäten für eine Vielfalt von Anwendungen herstellt sowie an über 100.000 Kunden in mehr als 100 Ländern liefert, verfügt er über eine ausgewogene Struktur. Das Risiko der Abhängigkeit von einzelnen Gesellschaften, Produkten, Kunden, Branchen oder Regionen wird dadurch minimiert.

Branchenrisiken
Branchentypischen Risiken wird unter anderem durch Innovationskraft und Aufrechterhaltung eines technologischen Vorsprungs begegnet, wie beispielsweise dem intensiven Wettbewerb auf den Absatzmärkten. Das Unternehmen FUCHS ist dabei in strategisch bedeutsamen Nischen und Geschäftsfeldern Technologieführer. Die ständige Forschung für die Entwicklung neuer Produkte sowie die Weiterentwicklung bestehender Produkte bildet die Grundlage für die Festigung und den Ausbau der Marktstellung. Die anwendungstechnische Betreuung unterstützt die partnerschaftlichen
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten direkt beim Kunden, wobei laufend Schmierstoffe für neue Maschinen, Bauteile, Aggregate und Fertigungsprozesse entwickelt werden. Die Profitabilität des Konzerns wird auch künftig durch diese Innovations- und Nischenstrategie, die globale Präsenz, den hohen Spezialisierungsgrad und ein permanentes Kostenmanagement unterstützt.

Die Vorregistrierung für die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals) ist abgeschlossen und es wurden sämtliche personellen wie organisatorischen Maßnahmen ergriffen, um den Vorgaben zu entsprechen und die Weiterentwicklung zu kontrollieren.

Die am 20. Januar 2009 in Kraft getretene GHS- (Globally Harmonised System) Verordnung verfolgt das Ziel der Einführung eines weltweit einheitlichen Systems zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Dies führt zu einer neuen Wertung der Toxizitätseigenschaften von Stoffen und Zubereitungen. Produkte aus dem FUCHS-Sortiment könnten kennzeichnungspflichtig werden oder einem Verkaufsverbot unterliegen. Es wurden bereits Alternativformulierungen für Produkte entwickelt, für die Änderungen vorhersehbar und notwendig wurden. An weiteren Alternativen wird bereits gearbeitet. Ferner wurden Strukturen geschaffen, um die Einführung von GHS weltweit zu unterstützen.

Beschaffungsrisiken
Aufgrund der Verfügbarkeit, Marktveränderungen und der Oligopolstellung von Lieferanten stellt der Anstieg der Preise für Rohmaterialien ein besonderes Risiko für FUCHS dar. Mögliche Gründe für Preisschwankungen sind z. B. eine verringerte Verfügbarkeit von Rohstoffen oder die Konzentration auf wenige Anbieter. Der zentrale Einkauf beobachtet die Beschaffungsmärkte, um frühzeitig auf ungünstige Entwicklungen reagieren zu können. Zur weiteren Sicherung der Versorgung mit Grundölen und wichtigen Chemikalien sind wir ständig bestrebt, die Bezugsbasis zu verbreitern.

Vorratsrisiken
Die hohe Anzahl an Kunden bei gleichzeitig großer Breite des Produktportfolios erfordert in Verbindung mit kurzen Lieferzeiten eine breite Basis an Vorräten sowohl bei Rohstoffen als auch bei Fertigprodukten sowie Verpackungsmaterialien. Das Management des Vorratsbestands ist effizient organisiert, so dass diesen Anforderungen gruppenweit entsprochen werden kann. Angesichts der Volatilität sowohl bei den Beschaffungspreisen als auch in der Kundennachfrage entstehen Bewertungsrisiken, die durch eine verlustfreie Bewertung angemessen berücksichtigt sind.

Risiken aus dem Forderungsbereich
Die Liquiditätssituation bei unseren Kunden wird aufgrund der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit der weltweiten Finanzkrise sowie deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft stetig beobachtet. Die Einzelgesellschaften sowie das Controlling des FUCHS PETROLUB Konzerns haben daher Frühwarnsysteme eingeführt, wodurch die Altersstruktur, die Einhaltung der Zahlungsziele der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Kunde bzw. Gesellschaft sowie deren Bonität überprüft und kontrolliert werden. In den periodisch durchgeführten internen Revisionsprüfungen wird die Durchführung der Maßnahmen zusätzlich kontrolliert.

Risiken aus Forschung und Entwicklung
Die große Innovationsfähigkeit und der hohe Spezialisierungsgrad bilden die Grundlage für den nachhaltigen Markterfolg des FUCHS PETROLUB Konzerns. Risiken bestehen dabei in der hohen Komplexität und beschränkten Kalkulierbarkeit von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Wir verfolgen eine Strategie der Risikominimierung, indem die meisten Produkte in Kooperation und Abstimmung mit unseren Kunden entwickelt werden. Darüber hinaus leistet die gemeinschaftliche Forschung im Verbund mit Universitäten oder entsprechenden Forschungsstellen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Innovationsfähigkeit und des hohen Spezialisierungsgrads.

Finanzrisiken
Wesentliche Finanzrisiken, wie Währungs- und Zinsänderungsrisiken, werden über vom Vorstand genehmigte, detaillierte Richtlinien und Vorgaben durch den Zentralbereich Treasury der FUCHS PETROLUB AG überwacht und gesteuert. Das Management der Währungsrisiken erfolgt (sofern erforderlich) durch eine fristen- und währungskongruente Finanzierung sowie den Einsatz von Derivaten, die ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen werden. Wesentliche Zinsrisiken bestehen zurzeit nicht. Durch die Bonität von FUCHS ist das Refinanzierungsrisiko gering. Es besteht eine ausreichende Liquidität.

Währungsrisiken bestehen aus (operativen) Transaktionsrisiken (Einnahmen und Ausgaben in Fremdwährung), die u. a. aus der Beschaffung von Rohstoffen resultieren, sowie Translationsrisiken (Umrechnung von Bilanzen/Gewinn- und Verlustrechnungen außerhalb des Euroraums in Euro), die sich aus der Währungsumrechnung für einzelne Gesellschaften zu verschiedenen Stichtagen ergeben.

Transaktions- und Translationsrisiken sind auf Konzernebene gegenläufig und haben einen kompensierenden Effekt.

Pensionsrisiken
Die Pensionsrisiken resultieren im Wesentlichen aus leistungsorientierten Versorgungssystemen, aus denen sich langfristige Zahlungsverpflichtungen ergeben, die von der Entwicklung biometrischer  Faktoren sowie Gehalts- und Rententrends abhängen. Daneben führen Änderungen des Diskontierungsfaktors zu entsprechenden Bewertungsänderungen der Pensionsverpflichtungen. Leistungsorientierte Pläne bestehen im Wesentlichen in Deutschland und noch in den USA und Großbritannien. Für Neuzusagen in diesen Ländern wurde zwischenzeitlich das beitragsorientierte System eingeführt.

Bestehende leistungsorientierte Versorgungszusagen in den USA wurden 2009 eingefroren und auf ein beitragsorientiertes System umgestellt. Die UK-Pensionsverpflichtungen für Rentner wurden im Jahr 2010 auf eine Lebensversicherung übertragen. In Deutschland wurde das Versorgungswerk bereits 1983 geschlossen.

Die zur Abdeckung der Versorgungsverpflichtungen in den USA und Großbritannien reservierten Deckungsmittel („plan assets“) sind im Kapitalmarkt angelegt und unterliegen entsprechenden Anlagerisiken, die durch verschiedene Maßnahmen beschränkt sind. Das Anlagemanagement erfolgt nach unseren Vorgaben durch professionelle Fondsmanager.

Rechtliche, regulatorische und Standortrisiken
Konzernrelevante Regelungen und Gesetze beinhalten rechtliche Risiken, welche über eine umfassende rechtliche und versicherungsrechtliche Beratung sowie durch eigene Fachleute abgesichert werden. Es besteht ein angemessener Versicherungsschutz.

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Zurzeit sind keine Rechtsstreitigkeiten anhängig oder angedroht, die einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaften des FUCHS PETROLUB Konzerns haben. Allerdings ist die rechtliche Stellung des Mitgesellschafters bei einem unserer beiden Gemeinschaftsunternehmen im Mittleren Osten nach wie vor unklar. Der Mitgesellschafter hat gegen die FUCHS PETROLUB AG Klage wegen angeblicher Verletzung gesellschaftlicher Pflichten eingereicht. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen lassen sich zurzeit nicht abschätzen. Der Beitrag des Gemeinschaftsunternehmens zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des FUCHS PETROLUB Konzerns liegt unter 3 %.

Die internationale Geschäftstätigkeit des FUCHS PETROLUB Konzerns
beinhaltet auch lokale Steuerpflichten. Im Fall steuerlicher Risiken werden
ausreichende Vorsorgen getroffen. Steuerliche Risiken mit einem wesentlichen
Einfluss auf den Konzern sind nicht bekannt. Weitere mit der internationalen
Geschäftstätigkeit zusammenhängende Risiken kommen aus den Bereichen
Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Arbeitssicherheit, Patentrecht,
Markenrecht sowie Umweltschutz. Die vom FUCHS PETROLUB Konzern
eingerichtete Compliance-Organisation inklusive eines Compliance-Komitees
und entsprechende Berichtswege sowie Schulungsmaßnahmen ermöglichen,
den Risiken angemessen begegnen zu können. Wesentliche Risiken sind hierzu
nicht bekannt. Weitere Gegenmaßnahmen bestehen in der kontinuierlichen
Verbesserung der Aufbauund Ablauforganisation, des Qualitätsmanagements
und im angemessenen Versicherungsschutz.

Mit der globalen Präsenz entstehen bestimmte Länder- und Standortrisiken.
Mögliche Risiken sind in diesem Zusammenhang Naturgewalten, Pandemien,
Terror, Verstaatlichung oder Enteignung von Wirtschaftsgütern, rechtliche und
regulatorische Risiken, Kapitaltransferverbot, Krieg und sonstige Unruhen. Die
Sicherheitsmaßnahmen an diesen Standorten werden ständig neu überprüft,
bewertet und entsprechend angepasst. Das politische Risiko wird bei einzelnen
Investitionsvorhaben berücksichtigt. Das Risiko durch Sach- und
Haftpflichtschäden, Transportschäden sowie mögliche Betriebsunterbrechungen ist durch gruppenweit bestehende
Versicherungsprogramme angemessen abgedeckt.

Risiken aus Akquisitionen und Investitionen
Der Komplexität von Akquisitions- und Investitionsprojekten und den daraus resultierenden Risiken begegnet der FUCHS PETROLUB Konzern mit festgelegten Abläufen und Verfahren zur Steuerung und Minimierung solcher Risiken.

Derzeit sind keine Risiken aus Akquisitions- und Investitionstätigkeiten erkennbar.

Risiken der Informationstechnologie
Die organisatorische und IT-technische Vernetzung von Standorten und
Systemen beinhaltet weitere Risiken. Diese bestehen in der zunehmenden
Komplexität von elektronischen Kommunikationstechniken, welche zu
Datenverlust oder -diebstahl, Betriebsstörungen und -unterbrechungen sowie
zum kompletten Systemausfall führen können. Hierfür wurden Prozesse,
Richtlinien und Maßnahmen entwickelt, um den Risiken angemessen begegnen
zu können. Ferner werden regelmäßig Investitionen in moderne Hard- und
Software, die Implementierung detaillierter Back-up- und Recovery-Prozeduren
sowie der Einsatz von Virenscannern und Firewalls durchgeführt. Umfassende
Schulungen aller Mitarbeiter ermöglichen, mit dem neuesten Kenntnis- und
Entwicklungsstand Schritt halten zu können.

Derzeit sind keine IT-relevanten Risiken für den FUCHS PETROLUB Konzern erkennbar.

Personalrisiken
Personalrisiken ergeben sich aus der Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen sowie bei der Akquise und Entwicklung von Fach- und Führungskräften. Der FUCHS PETROLUB Konzern begegnet diesen Risiken durch intensive Weiterbildungsprogramme sowie leistungsgerechte Vergütungspakete, Stellvertreterregelungen und frühzeitige Nachfolgeplanungen.

Wesentliche Risiken aus dem Personalbereich sind momentan nicht erkennbar.

Produkt- und Umweltschutzrisiken
Die Herstellung chemischer Produkte beinhaltet Risiken, die mit der Produktion, Abfüllung, Lagerung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen verbunden sind. Ein Störfall kann Personen- und Umweltschäden zur Folge haben sowie Produktionsausfälle verursachen.

Um möglichen Risiken in diesen Bereichen zu begegnen, werden bei Bau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen hohe (sicherheits-) technische Standards angewendet. Neben der konsequenten Überwachung der Qualitätsstandards zur Vermeidung von Betriebsstörungen führt FUCHS gezielte Maßnahmen zur Einhaltung des Boden- und Gewässerschutzes durch. FUCHS ist zudem branchenüblich gegen eventuell daraus resultierende Schäden versichert.

Für bekannte Produkt- und Umweltrisiken wurde aus heutiger Sicht ausreichend Vorsorge geschaffen.

Sonstige Risiken
Wesentliche sonstige Risiken sind derzeit nicht erkennbar.

Gesamtrisiko
Die Weltwirtschaft hat sich spürbar erholt. Die erheblichen Preis- und
Kursschwankungen bei den Rohstoffen, Währungen und Sachwerten zeigen
aber, dass die konjunkturelle Erholung risikobehaftet bleibt und bei FUCHS
weiterhin zu Umsatz- und Ertragsrisiken führen können. Aus heutiger
Sicht sind jedoch keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Konzerns gefährden. Ein gleichzeitiges Auftreten aller Einzelrisiken halten wir für
unwahrscheinlich.

Die solide finanzielle Lage des FUCHS PETROLUB Konzerns zusammen mit
seiner Eigenkapitalquote von mehr als 60 %, einem Verschuldungsgrad von null, einer weltweiten Präsenz, der breiten Kundenbasis sowie den
umfassenden Problemlösungsangeboten für seine Kunden begrenzen die
Risiken und bieten die Chance, die Marktstellung weiter zu festigen und
auszubauen, um auch künftig im Umsatz und Ertrag zu wachsen.

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